Geschichte

Das älteste erhaltene Haus in Westend befindet sich am Anneliese- und Georg-Groscurth-Platz (bis 2006 noch Lindenplatz), in der Lindenallee 7 (Bj. 1867-68 von Emil Krefeldt und G. Köhler; Umbauten 1929, 1933).
Die Entwicklung von Westend in seiner heutigen Form begann Ende der 1860er Jahre. Der Kaufmann und Bankier Heinrich Quistorp übernahm die, von seinem Bruder Johannes, Albert Werckmeister, Martin Gropius, dem Bankier Eichhorn und dem Lotterieeinnehmer Tuchen 1866 gegründete Kommanditgesellschaft auf Aktien „Westend“ und führte diese in die Westend-Gesellschaft H. Quistorp & Co. zu Berlin über. Grundstücke wurden parzelliert, bebaut aber auch unbebaut weiterveräußert. Nach dem Vorbild des Londoner Westends sollten vermögende Städter auf der Hochebene von Teltow die reine Luft in Ihren prächtigen Landhäuser und Villen genießen. Der Börsencrash 1872 setzte nicht nur diesem Unternehmen einen Schlusspunkt.

 

Um 1904 gründete Alfred Schrobsdorff gemeinsam mit Max Steinthal von der Deutschen Bank die Neu-Westend AG für Grundstücksverwertung in Charlottenburg, die das 134 Hektar große Areal Neu-Westend, um den heutigen Theodor-Heuss-Platz und die Reichsstraße, parzellierte und zum Teil auch selbst bebaute. Anschließend wurden die Immobilien vermarktet. Schrobsdorff zog mMit seiner Familie 1907 nach Westend, in eine von Bernhard Schaede entworfene Prunkvilla in der Ahornallee Ecke Klaus-Groth Straße. Die Villa ist nicht mehr vorhanden.     
Mit der Eröffnung des U-Bahnhofs  Reichskanzlerplatz (jetzt Theodor-Heuss-Platz) erhielt Westend 1908 Anschluss an die  Berliner  U-Bahn. Nun waren auch die südlichen und westlichen Bereiche Westends verkehrsgünstig gelegen. Die im alten Westend rechtwinklige, schachbrettartige Straßenführung wurde außerhalb der Hauptachsen durch geschwungene Linien ersetzt. Statt wie das alte Westend mit Villen wurde Neu-Westend mehrheitlich mit Miets- und Reihenhäusern bebaut.

 

Ausführliche Informationen zur Geschichte Westends finden Sie zudem in den folgenden 3 Büchern:

Das linke und das mittlere Buch sind nur noch übers Antiquariat erhältlich. Den prächtigen Bildband mit Fotos des Architekturfotografen Michael Haddenhorst, erhalten Sie noch im Bücher Divan in der Reichsstraße 104 in 14052 Berlin, Telefon: 030/3022057, E-Mail: derdivan@t-online.de